Klimakonferenz im Haus der Aurubis AG am 18.02.2010 belegt Schwierigkeiten und Chancen für die Wirtschaft
Hamburg, 19.02.2010 15:59 Uhr (Behörde für Wirtschaft und Arbeit)
Vor 200 Gästen aus der Hamburger Wirtschaft, Verwaltung und Verbänden diskutierte Wirtschaftssenator Gedaschko am gestrigen Donnerstag mit Experten von Handelskammer, Industrieverband Hamburg, Metalle pro Klima und der Umweltpartnerschaft Hamburg über die Ergebnisse der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen.
Die Veranstaltung fand auf Einladung der Behörde für Wirtschaft und Arbeit im Hause der Aurubis AG statt und widmete sich der Frage, welche Auswirkungen die internationale Klimapolitik auf die deutsche und hamburgische Wirtschaft hat.
Wirtschaftssenator Axel Gedaschko: „Klimaschutz und Wirtschaft sind zwei Seiten einer Medaille. Hier die richtige Balance zu finden, ist eine schwierige Aufgabe, die weiterhin engagierten und kreativen Einsatz auf regionaler wie auf internationaler Ebene erfordert.“
Peter Willbrandt, Mitglied des Vorstandes der Aurubis AG: "Die Mitgliedsunternehmen der Initiative 'Metalle pro Klima' übernehmen mit Ihren Produkten und der effizienten Produktion Verantwortung für Umwelt und Klimaschutz. So hat Aurubis allein am Standort Hamburg seit den 80er Jahren fast 290 Mio. € in den Umwelt- und Klimaschutz investiert. Als energieintensives Unternehmen im internationalen Wettbewerb sind wir zur Standortsicherung jedoch auf eine verlässliche Stromversorgung zu Konditionen angewiesen, die den internationalen Wettbewerb nicht verzerren."
Die Ergebnisse der Kopenhagener Konferenz wurden von den Teilnehmern der Diskussionsrunde übereinstimmend als enttäuschend bewertet, wenn auch einige positive Aspekte wie die Anerkennung des 2-Grad-Ziels zu verzeichnen sind. Unumstritten war auch, dass sowohl die EU als auch Deutschland und Hamburg weiterhin Vorreiter in Sachen Klimaschutz sein müssten. Gründe hierfür sind die Verantwortungsrolle der Hansestadt, der wirtschaftliche Nutzen durch die Marktführerschaft bei neuesten Technologien sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen in umwelttechnologischen Branchen. Die Ergebnisse aus Sicht der Hamburger Wirtschaftspolitik lauten:
- Voraussetzung für einen fairen und kosteneffizienten Klimaschutz ist ein internationales, rechtsverbindliches Abkommen unter Einbindung der USA und der Schwellenländer. Die EU und Deutschland müssen sich nachdrücklich weiterhin international und bilateral dafür einzusetzen.
- Voraussetzung für einen effektiven Klimaschutz sind faire Wettbewerbsbedingungen. Der Emissionshandel beispielsweise ist als marktwirtschaftliches Instrument für den Klimaschutz zu begrüßen, bei seiner Ausgestaltung bedarf es jedoch fairer Ausgleichsmaßnahmen, um den Wettbewerb nicht zu verzerren. Insbesondere ist es hierbei an der Bundesregierung, den stromintensiven Unternehmen eine Kompensation für die dadurch erhöhten Strompreise zu gewähren.
- Um die Konkurrenzfähigkeit Deutschland zu stärken ist insbesondere ein Ausbau von Forschung und Entwicklung in den für den Klimaschutz relevanten Bereichen notwendig.
- Klimaschutz lohnt sich besonders dort, wo Maßnahmen effizient und kostengünstig möglich sind. Deshalb sollte stärker der im Kyoto-Protokoll vorgesehene flexible Mechanismus für die Durchführung von CO2-Minderungsprojekten in Entwicklungsländern (Clean Development Mechanism) genutzt werden.
Die Rolle Hamburgs beim Klimaschutz wurde überwiegend positiv beurteilt: Hamburg gehe seit Jahren den Weg der Verbindung von Wirtschaft und Klimaschutz und habe dabei bereits zahlreiche Erfolge aufzuweisen gehabt. Das Hamburger Klimaschutzkonzept enthalte viele Maßnahmen Hand in Hand mit den Unternehmen. Als Beispiele führte der Senator hier die Freiwillige Selbstverpflichtung der Hamburger Industrie zum Klimaschutz und die staatliche Förderung von energieeffizienten Maßnahmen in Unternehmen an. Eine Bestätigung, dass Hamburg auf dem richtigen Weg sei, sowie ein weiterer Ansporn sei die Ernennung zur „European Green Capital 2011“.
Quelle: Wirtschaft und Business aus der Region Hamburg.2010
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